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Damit meine ich nicht, ob Sie beim Lesen dieser Zeilen noch dabei sind. Ich meine: Die Art, wie wir Geschäfte machen, verändert sich gerade grundlegend. Welchen Sinn hat unser Unternehmen? Wofür stehen wir? Warum arbeiten wir eigentlich? Unternehmen müssen sich heute wieder die großen Fragen stellen.

Der Grund liegt in der Aufhebung früherer Engpässe und Beschränkungen. Die gibt es nicht mehr. Denken Sie allein an die Produktion. Es war nie einfacher, weltweit herstellen zu lassen – und das gilt nicht nur für Container voller Billigprodukte „Made in Taiwan”, sondern auch für ausgezeichnete Qualität, die ein „Made in Germany” verdient hätte, aber in Übersee zu viel günstigeren Konditionen zu haben ist.

Uns drängt sich aber die Frage auf, ob wir selbst zukünftig noch dabei sein werden, wenn alle immer nur reflexartig nach noch billigeren Lieferanten rufen. Was für die Herstellung gilt, gilt auch für den Absatz. Nie war es einfacher, Zugang zu neuen Märkten zu bekommen. Bekanntlich ist Deutschland nicht nur Fußball-, sondern auch Exportweltmeister.

Globalisierung und Digitalisierung haben bei uns in den letzten Jahrzehnten zu einem erheblichen Wirtschaftswachstum geführt. Gleichzeitig sind durchschnittlich gute Arbeitsplätze aus unserer Industrie in ferne Niedriglohnländer gewandert und haben die Einkommensunterschiede in den Industrieländern vergrößert.

Dieser Prozess ist noch nicht zu Ende. Tatsächlich hat er gerade erst begonnen. Zukünftig werden sich die globalen Produktionsprozesse infolge der Digitalisierung sogar noch schneller verändern. Deshalb erweitere ich die Frage:

Sind Sie noch dabei, wenn das Credo „Wohlstand für alle” von Ludwig Erhard neu ausgeknobelt wird?

Die Digitalisierung mit ihrer disruptiven Kraft hat schon manche Wertschöpfungskette umgestülpt und wird weitere umstülpen. Das ist prinzipiell nicht schlimm, denn, entsprechende Intelligenz vorausgesetzt, eröffnen sich so wiederum ungeahnte Möglichkeiten. Denken Sie nur daran, dass AliBaba, der Handels-Gigant aus China, größter Händler der Welt, kein einziges Lager betreibt.

UBER, das größte Mobilitätsunternehmen der Welt, besitzt keine eigenen Fahrzeuge. Facebook, der größte Medienkonzern, stellt selbst keine Inhalte her und AirBnB, der größte Vermittler für Übernachtungen, besitzt keine eigene Immobilie.

Und wenn Sie lieber im Lande bleiben: Flixbus, seit 2013 am Markt, ist mittlerweile die Nummer Drei hinter der Lufthansa und der Deutschen Bahn, europaweit bietet Flixbus täglich 100.000 Busverbindungen an. Doch Flixbus besitzt keinen einzigen Bus und beschäftigt keinen einzigen Busfahrer.

Deshalb hatte ich im Buch „Wie die Welt miteinander Geschäfte macht“ die Frage aufgeworfen, was also heute und mehr noch morgen über den Erfolg eines Unternehmens entscheidet?

Offensichtlich denkt bei dieser Frage jeder reflexartig an seine Produktinnovationen. Oder an seine kapitalstarke Werbe- und Marketingkampagne, um im Markt erfolgreich anzukommen. Selbst mit tiefenpsychologischer Motivationsforschung und einem abstrusen Methodenarsenal unzähliger Verkaufstricks wird immer wieder versucht, neue Märkte zu erschließen. Oder seinen Anteil zu halten.

Aber funktioniert das? Wenn ja, zu welchem Preis? Und wer zahlt zum Schluss die Zeche?

Spätestens nach der Lektüre „Rettet den Mittelstand! Wie Sie durch Empfehlungsmarketing überleben können“ sollten Sie wissen, dass wir ökonomisch unruhigen Zeiten entgegen gehen und mit welchen Methoden Sie Ihren Wohlstand sicherstellen. Dazu hatte ich in meinem Buch aus Steinpapier im wahrsten Sinne des Wortes in Stein gemeißelt, warum unsere „schneller-höher-weiter-Methode“ am Ende ist und weshalb tradierte Vertriebsmethoden mit ihren Glückskeks-Sprüchen nicht mehr funktionieren. Natürlich nicht, ohne eine Lösung zu präsentieren.

Jetzt sind Sie dran. Was denken Sie über meine These? Was müssten wir tun, damit das Credo „Wohlstand für alle” von Ludwig Erhard erhalten bleibt? Schreiben Sie uns Ihre Meinung im folgenden Kommentarfeld:

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About the Author

Der Autor ist Niederländer und hat in seiner beruflichen Laufbahn im Luxusgüter & Schmuckvertrieb u.a. beim Juwelier CARTIER, EBEL Uhren, MOVADO Watch oder JOOP arbeiten dürfen und ist ein erfahrener Profi im Handels- und Empfehlungsmarketing. Hier schreibt er über Empfehlungsmarketing um Neues anzustoßen. Um zu provozieren. Um den Dialog zu beginnen. Schließlich hat Empfehlungsmarketing mehr Facetten als Sie glauben.